HiddenBuddy

Der zweite Mann

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Hörfassung · 3:23 Minuten · Google Charon

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In einer Minute

HiddenBuddy beschreibt meinen Platz neben anderen: mit einer eigenen Sicht, der Bereitschaft zum Widerspruch und der Verantwortung, an einer Lösung mitzuarbeiten. Mich interessieren Menschen mit anderen Stärken als meinen. Ihre Einschätzung muss eine Entscheidung verändern dürfen – so wie beim Uhrmacher, dessen Fähigkeiten mein Team früher erkannte als ich. Gemeinsam aufbauen heisst für mich auch, eigene Ideen loszulassen. Der zweite Mann ist deshalb keine Rangordnung. Es ist eine Art, zusammenzuarbeiten.

Die ganze Geschichte

Ich bin kein guter erster Mann. Ich bin ein guter zweiter Mann.

Mit dieser Beschreibung kann ich etwas anfangen. Sie sagt ziemlich genau, wo ich meinen Platz sehe: neben jemandem, mit einer eigenen Sicht auf die Sache und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Der zweite Mann ist für mich keine Nummer in einer Rangordnung. Er sitzt daneben, weil dort etwas entstehen kann, das einer allein nicht hinbekäme.

Was der andere besser kann

Mich interessieren Menschen, die etwas können, was ich nicht kann. Das klingt selbstverständlich. In der Zusammenarbeit wird es dann gelegentlich anstrengend.

Denn der andere sieht die Sache anders. Er kommt auf eine Lösung, die ich nicht gewählt hätte. Oder er erkennt ein Problem, während ich noch mit meiner Idee beschäftigt bin.

Dafür muss Platz sein. Sonst suchen wir zwar Ergänzung, erwarten am Ende aber doch eine Kopie von uns selbst.

Ich möchte verstehen, worin jemand gut ist. Wo ich ihn fordern kann. Wo ich ihm Raum lassen sollte. Und an welcher Stelle meine Erfahrung tatsächlich etwas beiträgt.

Wenn zwei Menschen dauernd nach den Schwächen des anderen suchen, werden sie welche finden. Mich interessiert mehr, was mit ihren Stärken möglich wird.

Widerspruch hat Folgen

Ein gutes Gegenüber muss sagen dürfen, dass etwas nicht funktioniert. Auch dann, wenn schon Zeit und Arbeit darin stecken. Gerade dann ist die Frage unbequem.

Ich möchte sie stellen dürfen. Ich muss sie mir aber auch stellen lassen.

Zum Widerspruch gehört für mich die Bereitschaft, weiterzuarbeiten: genauer hinsehen, eine andere Möglichkeit entwickeln, die Folgen einer Entscheidung mittragen. Einfach am Rand zu stehen und zu erklären, warum etwas schwierig wird, reicht mir nicht.

Umgekehrt muss die erste Idee ihren besonderen Schutz verlieren dürfen. Sie wird nicht besser, nur weil sie meine war.

Irgendwann muss es funktionieren

An Ideen mangelt es selten. Irgendwann müssen daraus verständliche Aufgaben werden. Menschen müssen zusammenfinden, Entscheidungen müssen fallen, und eine Lösung muss sich im Alltag bewähren.

Dieser Übergang interessiert mich. Vom Gedanken zur Arbeit. Vom «Man könnte» zu etwas, das tatsächlich da ist.

Dabei verändert sich auch die eigene Rolle. Mal braucht es eine Frage, mal eine Entscheidung, mal jemanden, der sich um das kümmert, was gerade liegen bleibt. Der Platz daneben ist kein Zuschauerplatz.

Ich muss dafür nicht auf dem ersten Stuhl sitzen. Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam etwas vom Tisch bekommen.

Und wenn ein Weg nicht weiterführt, möchte ich das sagen können. Investierte Zeit macht einen falschen Weg nicht richtiger.

HiddenBuddy ist der Name für diesen Platz. Eine eigene Sicht. Ein Gegenüber. Und Arbeit, die wir gemeinsam besser hinbekommen.

MITEINANDER REDEN

Vielleicht ist beim Lesen ein Gedanke entstanden.

Wenn wir einmal miteinander reden sollten, dann reden wir.

Uwe Grabherr · Hagendorn, Schweiz

1plus1@hiddenbuddy.ch

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