In einer Minute
Diese Website erzählt, was zwischen den Stationen meines Lebenslaufs fehlt: Entscheidungen, Umwege und die Menschen, die etwas möglich gemacht haben. Auch meine Fehleinschätzungen gehören dazu. Die Geschichten sollen Erfahrungen nachvollziehbar machen, ohne im Nachhinein einen perfekten Plan daraus zu bauen. Wo Erinnerungen ungenau sind, bleiben sie ungenau. Was diese Geschichten über mich sagen, darf jeder selbst beurteilen.
Die ganze Geschichte
Eigentlich habe ich lieber Dinge gemacht, als darüber zu reden, dass ich sie gemacht habe. Jetzt baue ich eine Website, auf der mein Name unter solchen Geschichten steht.
Ganz ohne Widerspruch geht das offenbar nicht.
Trotzdem gibt es Dinge, die ich festhalten möchte. Begegnungen, Entscheidungen, Umwege. Auch Momente, in denen andere etwas früher verstanden haben als ich. In einem Lebenslauf ist dafür wenig Platz.
Zwischen zwei Zeilen
Ein Lebenslauf nennt eine Firma, eine Funktion und einen Zeitraum. Damit weiss man ungefähr, wo jemand war. Wie er dort gearbeitet hat, weiss man noch lange nicht.
Bei uns bewarb sich einmal ein gelernter Uhrmacher. Mein erster Gedanke war sinngemäss: Was soll ich mit einem Uhrmacher?
Das Team liess ihn mitarbeiten und kam zu einer anderen Einschätzung. Der Mann wurde eingestellt.
Die Berufsbezeichnung, meine erste Reaktion, das Urteil der Menschen, die mit ihm gearbeitet hatten: Genau darin steckt für mich die Geschichte. Würde ich nur die Einstellung erwähnen, fehlte ausgerechnet der Teil, bei dem ich etwas lernen konnte.
Von solchen Stellen möchte ich erzählen.
Die anderen gehören dazu
Sobald man über das eigene Leben schreibt, steht erstaunlich oft «ich» am Satzanfang. Dabei war fast immer jemand anderes beteiligt.
Jemand hat mir eine Aufgabe zugetraut. Jemand konnte etwas, das ich nicht konnte. Jemand hat widersprochen, eine Tür geöffnet oder mit angepackt. Manche Menschen haben mich lange begleitet. Andere waren nur kurz da und sind mir trotzdem geblieben.
Ihre Rolle lässt sich nicht mit einem Dank am Ende erledigen. Sie gehört mitten in die Geschichte.
Das ist auch ein Grund für den Namen HiddenBuddy. Mich interessiert der Platz daneben: mitdenken, die eigene Sicht einbringen und gemeinsam etwas hinbekommen.
Kein nachträglich gerader Weg
Ein grosser Teil meines Berufslebens war unternehmerisch geprägt. Nicht jede Station hat ein Arbeitszeugnis hinterlassen. Und nicht jede Erinnerung lässt sich heute noch einem genauen Jahr zuordnen.
Diese Lücken dürfen sichtbar bleiben. Eine geratene Jahreszahl würde den Text ordentlicher machen, die Erinnerung aber nicht genauer.
Dasselbe gilt für Entscheidungen. Ich möchte einen Umweg nicht im Nachhinein zum genialen Plan erklären. Wenn ich etwas zuerst falsch eingeschätzt habe, gehört das dazu. Wenn eine Idee erst durch andere brauchbar wurde, ebenfalls.
So soll hier nach und nach ein Archiv entstehen. Mit Dingen, die funktioniert haben, mit Fragen, die geblieben sind, und mit Erfahrungen, auf die ich heute anders schaue.
Es ist nicht entscheidend, was jemand sagt, sondern was jemand tut.
Deshalb stehen hier Geschichten. Was sie über mich erzählen, darf jeder selbst beurteilen.
