HiddenBuddy

Vier Abendessen. Fünf Grills.

Die ersten vier habe ich eigentlich nicht verkauft. Ich habe sie verkocht.

Als die erste Bestellung im Webshop lag, glaubte ich an einen Scherz. Dabei hatte alles mit einem Grill für meine Terrasse angefangen. Und vier, die ich loswerden musste.

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In einer Minute

Ich wollte einen Keramikgrill für meine Terrasse. Nach einem erfolglosen Kaufversuch in der Schweiz kam ich über Umwege zu einem niederländischen Importeur. Als Händler konnte ich dort einkaufen – allerdings erst ab fünf Geräten. Ich war damals bei Karl angestellt, bezahlte die Grills selbst und durfte den Einkauf über seine Firma abwickeln. Vier Einladungen zum Abendessen brachten vier Käufer. Danach kamen deren Bekannte ins Konstruktionsbüro. Karl gab mir Raum und Vertrauen, weiterzumachen. Ein einfacher Webshop brachte schon am nächsten Morgen eine Bestellung, die ich zunächst für einen Scherz hielt. Rund ein Jahr später bestellten wir einen Container mit 140 Grills. Angefangen hatte alles mit dem Wunsch, endlich selbst mit so einem Gerät zu grillieren.

Die ganze Geschichte

Am nächsten Morgen lag eine Bestellung im Webshop.

Ich glaubte sie nicht.

Irgendein Kollege musste davon erfahren haben. Einer, der wusste, dass ich am Abend zuvor diesen Shop zusammengebastelt hatte, und der sich jetzt einen Spass mit mir erlaubte. Anders konnte ich mir das im ersten Moment nicht erklären.

Der Shop war gerade erst da. Ziemlich rudimentär. Von mir selbst gebaut. Und nun sollte jemand, den ich nicht kannte, dort tatsächlich einen Grill bestellt haben?

Ich war erst einmal überzeugt, dass mich jemand verarschen wollte.

Aber die Bestellung war echt.

Ein Mensch ausserhalb meines Bekanntenkreises wollte bei mir einen Grill kaufen. Ohne vorher bei mir gegessen zu haben. Ohne über einen Kollegen ins Konstruktionsbüro gekommen zu sein. Er hatte den Shop gefunden und bestellt.

Ich hatte am Vorabend einen Webshop gebaut. Am nächsten Morgen hatte ich einen Kunden.

Dabei hatte ich ursprünglich nicht einmal vorgehabt, Grillhändler zu werden.

Ich wollte einen Grill.

Ein Wunsch, der schon länger da war

Keramikgrills hatten mich schon eine ganze Weile beschäftigt. Mich faszinierte, was man mit diesen Geräten alles machen konnte. Ich schaute sie mir an, informierte mich und kam immer wieder darauf zurück.

Nur passte so ein Grill lange nicht besonders gut zu meinem Leben.

Ich war selbständig und hatte wenig Freizeit. Etwas zu kaufen, das man dann kaum benutzen konnte, erschien mir wenig sinnvoll. Also blieb es zunächst beim Interesse. Der Grill war eine dieser Ideen, die man nicht vergisst, aber auch nicht gleich umsetzt.

Später wurde mein Alltag ruhiger und strukturierter. Damit war wieder Platz für diesen Wunsch. Ich nahm das Thema noch einmal auf und wusste schliesslich recht genau, welche Marke ich haben wollte.

Das Ziel war überschaubar: einen Keramikgrill kaufen, auf meine Terrasse stellen und damit grillieren.

Es ging um etwas für mich. Um die Freude an einem Produkt, das ich schon länger ausprobieren wollte. Ich suchte keinen neuen Beruf und keine zusätzliche Aufgabe. Dass ausgerechnet dieser private Wunsch später so viel Arbeit nach sich ziehen würde, gehörte damals nicht zu meinen Überlegungen.

In der Schweiz gab es für die ausgesuchte Marke zu dieser Zeit praktisch nur eine Bezugsquelle. Dort versuchte ich, den Grill zu kaufen. Es kam kein Kauf zustande.

Also suchte ich weiter.

In München fand ich einen Anbieter, der eigentlich auf Gartenhäuser spezialisiert war. Er hatte aber auch diesen Grill im Sortiment. Und er lieferte seine Gartenhäuser in die Schweiz.

Wenn er ganze Gartenhäuser über die Grenze brachte, sollte ein Grill doch auch möglich sein. Ich schrieb ihm und fragte nach.

Das war kein Problem.

Endlich schien der Kauf zu klappen. Nun wollte ich noch das passende Zubehör dazunehmen, damit alles zusammen geliefert werden konnte. Ich bat um eine Zubehör- und Preisliste.

Mit der Antwort kam eine unerwartete Abzweigung. Der Anbieter schickte mir versehentlich eine Unterlage seines Importeurs. Damit wusste ich plötzlich, wer hinter dem Vertrieb dieser Grills stand: ein Unternehmen in den Niederlanden.

Ich rief dort an.

So landete ich bei Paul, der für Deutschland zuständig war.

Aus diesem ersten Kontakt wurde eine Freundschaft, die bis heute hält. Damals war er für mich zunächst der Mensch, der vielleicht eine Lösung für meine ziemlich einfache Frage hatte: Wie komme ich an diesen Grill?

Ein Schaufenster hätte ich. Einen Grillhandel eher nicht.

Paul fragte, weshalb ich das Gerät nicht in der Schweiz kaufte. Ich schilderte ihm, dass dieser Weg nicht funktioniert hatte.

Im Gespräch entstand eine andere Möglichkeit. Ich könnte als Händler bei ihm einkaufen.

Damit änderte sich die Richtung des Telefonats. Eben hatte ich noch versucht, einen Grill zu bekommen. Jetzt ging es darum, welche Voraussetzungen ich für einen Händlereinkauf erfüllen müsste.

Einen Laden brauchte es. Ein Schaufenster. Eine Firma. Einen Webshop.

Erstaunlich vieles davon war tatsächlich vorhanden oder zumindest möglich.

Ich arbeitete damals bei Karl in einem Konstruktionsunternehmen. Dort gab es Räume und ein Schaufenster. Auch die Firma gab es natürlich. Sie gehörte allerdings Karl. Ich war dort angestellt.

Das ist mir wichtig. Wenn man die Geschichte zu schnell erzählt, klingt es leicht so, als hätte ich ohnehin schon mein eigenes Unternehmen gehabt und lediglich ein weiteres Produkt dazugenommen. So war es nicht.

Beim Webshop fehlte noch etwas. Den hatte ich nicht.

Aber den konnte ich bauen.

Ich kann mich gut an diese Haltung erinnern: Das war für mich kein Grund, an dieser Stelle aufzuhören. Wenn ein Webshop die fehlende Voraussetzung war, dann musste ich eben einen machen.

Das Gespräch kam also voran. Aus Hindernissen wurden Dinge, die sich lösen liessen. Ich war meinem Grill näher gekommen.

Dann kam die Bestellmenge.

Einen konnte Paul mir auf diesem Weg nicht schicken. Ich musste fünf nehmen.

Fünf bestellt. Einen gebraucht.

Es gibt einen Unterschied zwischen der Frage, ob man sich einen teuren Grill leisten möchte, und der Frage, ob man gleich fünf davon kauft.

Den ersten wollte ich selbst. Dafür hatte ich mich mit dem Produkt beschäftigt und diese ganze Suche auf mich genommen.

Für die anderen vier hatte ich keine Verwendung.

Trotzdem bestellte ich fünf.

Ich ging zu Karl und erzählte ihm davon. Bezahlen würde ich die Geräte selbst. Für die Abwicklung brauchte ich seine Firma; die Rechnung sollte auf sie ausgestellt werden.

Karl machte das möglich.

Ein paar Tage später kamen die Grills an. Ich hatte eine riesige Freude. Nach dem ganzen Hin und Her war das Gerät, das ich wollte, endlich da.

Eigentlich sogar fünfmal.

Der eine Teil meiner Idee hatte also funktioniert. Ich war an meinen Keramikgrill gekommen. Der andere Teil stand nun ebenfalls da: vier weitere Grills, mit denen ich etwas anfangen musste.

Bis dahin war die Mindestmenge eine Bedingung in einem Gespräch gewesen. Jetzt waren es Geräte, die ich bezahlt hatte.

Und ich wusste noch nicht so genau, wer sie mir abnehmen würde.

Ein Preis, der das Gespräch veränderte

Ich begann im Kollegenkreis herumzufragen.

Ob jemand einen neuen Grill brauchen könne.

Durchaus. Einige konnten sich das vorstellen. Es gab also Interesse. Ich erzählte von den Geräten, die mich selbst so begeistert hatten.

Dann nannte ich den Preis.

Damit war das Gespräch häufig an einem anderen Punkt. So viel Geld für einen Grill wollten die Leute nicht ausgeben.

Ich verstand das Produkt. Ich hatte mich länger damit beschäftigt. Ich war inzwischen sogar bereit gewesen, fünf Stück zu kaufen, um einen davon für mich zu bekommen. Die anderen waren auf diesem Weg nicht mitgegangen. Sie hörten zunächst einmal den Preis für einen Grill.

Meine Begeisterung war da. Ihre Kaufentscheidung nicht.

Heute lässt sich das leicht in irgendwelche Begriffe aus dem Verkauf übersetzen. Damals hatte ich dafür eine sehr konkrete Frage vor mir: Wie bekomme ich die vier übrigen Grills wieder los?

Bei einigen Kollegen sah ich weiterhin Potenzial. Ich glaubte, dass das Gerät zu ihnen passen könnte. Mit dem blossen Erzählen war ich aber nicht ans Ziel gekommen.

Also lud ich einen nach dem anderen zu mir zum Abendessen ein.

Ich habe sie eigentlich verkocht

Nun stand der Grill auf meiner Terrasse und tat das, wofür ich ihn haben wollte.

Ich machte Essen darauf.

Die Kollegen kamen zu mir, probierten und waren begeistert. Genau diese Begeisterung hatte vorher gefehlt. Solange wir nur über ein Gerät und seinen Preis gesprochen hatten, blieb etwas offen.

Beim Essen konnten sie selbst erleben, was mich daran faszinierte.

An die Reaktionen erinnere ich mich bis heute. Vorher hatten wir über den Preis gesprochen. Nun hatten die Kollegen gegessen, was ich darauf zubereitet hatte. Einer nach dem anderen wollte selbst so einen Grill haben.

Sinngemäss kam nun genau der Satz, den ich vorher nicht gehört hatte: So ein Ding brauche ich.

Das waren dieselben Geräte. Der Preis gehörte immer noch dazu. Aber die Menschen hatten jetzt eine eigene Vorstellung davon, was sie damit anfangen konnten.

Nach vier Abendessen waren die vier Grills verkauft.

Wenn ich heute sage, dass ich die ersten vier Grills eigentlich nicht verkauft, sondern verkocht habe, dann trifft es das ziemlich gut.

Die Verkäufe fanden auf meiner Terrasse ihren Anfang. Dort war aus meinem Erzählen etwas geworden, das die anderen selbst erlebt hatten.

Und damit war die Sache für mich erledigt.

Ich war happy. Ich hatte meinen Grill. Die vier übrigen hatten neue Besitzer. Aus der etwas ungewöhnlichen Bestellung war am Ende genau das geworden, was ich gewollt hatte: ein Keramikgrill für mich.

Ich hatte keinen Anlass, daraus gleich die nächste grosse Frage zu machen.

Die kam von anderen.

Ich habe gehört, bei dir bekommt man diese Grills

Die vier Käufer erzählten weiter.

Ihren Kollegen, ihren Bekannten. Menschen, die selbst nicht bei diesen ersten Abendessen dabei gewesen waren, hörten von den Grills. Und einige von ihnen wollten wissen, wo man so ein Gerät bekommen konnte.

So kamen sie zu mir.

Ins Konstruktionsbüro.

Dort ging ich meiner Arbeit nach, und plötzlich standen Menschen da, die wegen eines Grills gekommen waren. Sie hatten gehört, dass man die bei mir kaufen könne.

Ich verneinte das am Anfang sogar.

Aus meiner Sicht war das Projekt ja abgeschlossen. Ich hatte für mich eingekauft, vier Geräte weitergegeben und damit die Mindestmenge gelöst. Einen Grillhandel hatte ich nicht eröffnet.

Nur kamen weitere Anfragen.

Das Bild, das ich später dafür benutzte, war nicht besonders feierlich: Ich kam mir vor wie ein Drogendealer für Keramikgrills.

Irgendjemand kannte irgendjemanden, der gehört hatte, dass es bei mir diese Dinger gab. Und dann standen sie da.

Es war komisch. Und es war irgendwann zu viel Nachfrage, um sie weiter als Nachspiel meiner privaten Bestellung zu behandeln.

Die anderen sahen in mir bereits eine Bezugsquelle. Ich selbst musste erst entscheiden, ob daraus tatsächlich eine werden sollte.

Also ging ich wieder zu Karl.

Diesmal musste es ordentlich laufen

Wir sollten noch einmal Grills bestellen.

So ungefähr brachte ich es zur Sprache. Allerdings mit einem Zusatz: Diesmal sollte das wirklich ordentlich laufen.

Die erste Bestellung hatte einen privaten Anlass gehabt. Wenn wir jetzt weitermachten, dann, weil andere Menschen bei uns kaufen wollten.

Karl gab mir den Raum dafür.

Im wörtlichen Sinn. Es gab Ladenfläche, ein Schaufenster und Platz, den ich nutzen konnte. Aber ebenso wichtig war das andere: Er traute mir zu, etwas daraus zu machen.

Er half mit. Er liess mich ausprobieren. Er hatte Vertrauen, dass es funktionieren konnte.

Diese Stelle lässt sich in einer schnellen Gründererzählung leicht auf einen Nebensatz verkürzen. Einer bestellt ein Produkt, verkauft es weiter, baut einen Shop, wächst. Fertig.

Bei mir würde dann etwas Entscheidendes fehlen.

Ich war bei Karl angestellt. Die Räume und die Firma waren seine. Dass meine private Grillidee dort überhaupt eine nächste Runde bekommen durfte, war nicht selbstverständlich.

Ich konnte nicht einfach für ihn beschliessen, dass in seinem Konstruktionsunternehmen künftig auch Grills verkauft würden.

Er musste das mittragen.

Und er tat es.

Die nächsten fünf Grills wurden bestellt. Aus dem Weitererzählen der ersten Käufer wurde allmählich etwas, auf das wir uns einrichteten.

Nun brauchte es auch den Webshop.

Den, den ich mir schon im Gespräch mit Paul zugetraut hatte.

Ein Shop, den jemand wirklich benutzte

Ich setzte mich abends hin und bastelte ihn zusammen.

Er war notdürftig und einfach. Sicher nicht das, was man heute als fertigen Auftritt eines etablierten Händlers erwarten würde. Aber man konnte dort einen Grill bestellen.

Am nächsten Morgen hatte es jemand getan.

Das war der Moment, an dem ich zuerst an einen Scherz glaubte.

Bis dahin konnte ich ziemlich gut nachvollziehen, wie Menschen bei mir gelandet waren. Ich kannte die ersten Käufer. Sie hatten bei mir gegessen. Dann hatten sie anderen von den Grills erzählt. Der Weg führte über Bekanntschaften und Empfehlungen.

Jetzt lag da eine Bestellung von jemandem, den ich nicht kannte.

Mein erster Gedanke war deshalb nicht: Selbstverständlich, genau so hatte ich das geplant.

Ich dachte, ein Kollege wolle mich auf den Arm nehmen.

Der Gedanke sagt vielleicht mehr über den damaligen Stand aus als jede nachträgliche Beschreibung vom Aufbau eines Geschäfts. Ich hatte einen Shop gebaut, aber mit dieser unmittelbaren Reaktion offenbar selbst nicht gerechnet.

Als klar war, dass die Bestellung echt war, war das mein Aha-Moment.

Der Shop funktionierte nicht nur technisch. Jemand benutzte ihn tatsächlich, um bei mir zu kaufen.

Damit reichte die Geschichte zum ersten Mal sichtbar über den Kreis der Menschen hinaus, die mich oder einen meiner Kollegen kannten.

Ich meldete mich bei Facebook an und zeigte dort immer wieder, was ich machte. Dazu kamen die Empfehlungen. Und weitere Kunden.

Es wurde mehr.

Irgendwann waren es 140

Die ersten fünf Grills hatten mir einen eigenen und vier offene Fragen beschert.

Die nächsten fünf bestellten wir, weil die Nachfrage bereits da war.

Danach wuchs das Ganze so schnell, dass wir ungefähr ein Jahr später den ersten kompletten Container bestellten.

140 Grills.

Ich erinnere mich an diese Phase als ziemlich wild. Es sollte noch Bilder davon geben, wie die Grills bei uns ankamen und wie es in der Werkstatt aussah. Wenn man diese Mengen vor sich sieht, ist die ursprüngliche Idee kaum noch darin zu erkennen.

Einer für meine Terrasse.

Das war der Anfang gewesen.

Nun ging es um eine völlig andere Grössenordnung. Aus einzelnen Geräten und Empfehlungen war ein Geschäft geworden.

Ich könnte im Rückblick behaupten, früh erkannt zu haben, welches Potenzial darin lag. Dann klänge die Mindestbestellung wie ein geschickter Einstieg und der erste Webshop wie der nächste geplante Schritt.

Nur passt das schlecht zu einem Menschen, der seine erste Bestellung für einen Witz hält.

Ich hatte ausprobiert, reagiert und weitergemacht. Andere hatten mitgezogen. Die Entwicklung entstand unterwegs.

Planlos hiess dabei nicht, dass niemand arbeitete. Die Grills mussten gekauft und verkauft werden. Der Shop entstand nicht von selbst. Kunden kamen mit Erwartungen. Karl stellte nicht nur Platz zur Verfügung, er unterstützte mich tatkräftig.

Aus der Freude an einem Gerät wurde Arbeit an einem Geschäft.

Dass der Ursprung trotzdem so klein geblieben ist, gefällt mir bis heute.

Die Menschen zwischen den Zahlen

Fünf. Vier. Noch einmal fünf. 140.

Man könnte die Geschichte anhand dieser Zahlen erzählen. Sie zeigen, wie sich der Umfang veränderte. Aber sie erklären nicht, weshalb es weiterging.

Dazwischen waren Menschen.

Paul, mit dem aus einem Telefonat eine langjährige Freundschaft wurde. Die Kollegen, die sich zum Essen einladen liessen und anschliessend weitererzählten. Menschen, die wegen einer Empfehlung ins Konstruktionsbüro kamen. Der erste Kunde im Webshop, dessen Bestellung ich kaum glauben konnte.

Und Karl.

Er gab meiner Idee nicht erst Raum, als schon feststand, dass sie erfolgreich sein würde. Er machte es möglich, sie auszuprobieren. Zuerst die Abwicklung der ersten Bestellung. Später Platz, Unterstützung und Vertrauen für das, was daraus entstand.

Ohne diesen Teil wäre es eine ziemlich einsame Geschichte über einen Mann und seine Grills.

So habe ich sie nicht erlebt.

Heute gehören diese Anfänge zu meinem Weg, der später auch zu Grillfürst Schweiz führte. Die fünf Grills waren noch nicht Grillfürst. Und zwischen damals und heute liegen weitere Geschichten, die ihren eigenen Platz verdienen.

Diese hier handelt von dem Moment davor. Davon, wie etwas in Bewegung geriet, das ich so nicht geplant hatte.

Ich wollte mir eine Freude machen.

Ich lud andere ein, daran teilzuhaben.

Und irgendwann kamen Menschen, die ich noch nie gesehen hatte, und fragten nach einem Grill.

Es brauchte vier Abendessen

Wenn ich heute an den Anfang denke, lande ich deshalb immer wieder auf meiner Terrasse.

Vor den Einladungen hatte ich mit denselben Menschen über dieselben Grills gesprochen. Ich war überzeugt gewesen, sie hatten gezögert. Dazwischen stand ein Preis, den sie für einen Grill nicht bezahlen wollten.

Nach dem Essen wollten sie selbst einen haben.

Ich hatte ihnen keine neue Preisliste vorgelegt. Ich hatte etwas auf dem Grill zubereitet und sie probieren lassen. Was ich vorher zu erklären versucht hatte, konnten sie nun selbst beurteilen. Es war ihre Begeisterung geworden.

Und die nahmen sie mit nach Hause.

Ich hatte nicht geplant, dass sie ihren Bekannten von den Grills erzählen würden. Schon gar nicht, dass irgendwann fremde Menschen im Konstruktionsbüro stehen würden. Ich wollte zunächst nur die vier Geräte verkaufen, die ich nicht brauchte.

Vielleicht war gerade das so gut an diesem Anfang. Da musste noch niemand eine grosse Geschichte daraus machen. Wir konnten essen, über den Grill sprechen und sehen, was daraus wurde.

Später brauchte es mehr. Karls Unterstützung. Weitere Bestellungen. Einen Shop. Arbeit, Platz und Menschen, die sich um Kunden kümmerten. Ein Container bestellt sich nicht von allein, und ein Geschäft entsteht nicht nur dadurch, dass jemand begeistert ist.

Aber die erste Bewegung kam von diesen vier Einladungen.

Menschen kaufen nicht immer das, was man ihnen am besten erklärt. Manchmal müssen sie erst erleben, warum sie es haben wollen.

Ich wollte einen Grill für meine Terrasse.

Für die anderen vier brauchte es vier Abendessen.

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MITEINANDER REDEN

Vielleicht ist beim Lesen ein Gedanke entstanden.

Wenn wir einmal miteinander reden sollten, dann reden wir.

Uwe Grabherr · Hagendorn, Schweiz

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